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Tipps für Familien: Erziehung & Kinder

Der Leiter der Erziehungsberatungsstelle der KJF in Regensburg, Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, gibt als Experte in Fragen zur Erziehung wertvolle Tipps für Familien auf TVA unter: https://www.tvaktuell.com/familie-tipps-zu-erziehung-kindern-208435/.

So erfahren Eltern, wie sie damit umgehen können, wenn ihr Baby nachts aufwacht und nur noch im Bett der Eltern weiterschläft. Dr. Hermann Scheuerer-Englisch erklärt, was es heißt, wenn sich Eltern auf diese neue Situation mit einem Baby einstellen müssen, das viele Bedürfnisse hat. Das Leben mit Baby ist ein völlig anderes als zuvor. Nicht selten fragen sich Eltern: was jetzt? Etwa, wenn ein Kind häufig weint und sich nur schwer beruhigen lässt. Dr. Scheuerer-Englisch rät: Die ersten Monate sind entscheidend und es ist gut, früh und feinfühlig zu reagieren. So entwickelt das Baby Vertrauen, wird schneller reif. Es hat gelernt, dass auf seine Signale reagiert wird und lässt sich leichter beruhigen.

Ein weiteres Thema, das Eltern beschäftigt, betrifft die Eingewöhnungszeit in einer Kindertagesstätte. Sie kann eine, aber auch mehrere Wochen dauern. Auf jeden Fall gehört sie als Qualitätsmerkmal zum Angebot der KITA für die Eltern. Schwierig werde es dann, so Scheuerer-Englisch, wenn Kleinkinder mit etwa 12 Monaten eingewöhnt werden sollen. Die Bindungsforschung habe gezeigt, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt gerade eine spezielle Bindung zu Mama und Papa aufgebaut hat. Das Kind fremdelt oder verteidigt seine Bindung. Diese ist noch nicht so gefestigt und das Kind braucht Mama und Papa, die vertrauten Bindungspersonen, die ihm dabei helfen, eine neue Bindung einzugehen und sich auf die neue Umgebung einzulassen. Dr. Hermann Scheuerer-Englisch empfiehlt eine mindestens zweiwöchige Eingewöhnungszeit. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik empfehle, Kinder erst ab anderthalb Jahren in eine Kindertageseinrichtung zu geben.

Geschwister, die oft streiten: Bis zum dritten Lebensjahr etwa können Kinder ihre Konflikte nicht alleine lösen. Ihnen fehlt die emotionale Reife dazu und sie „verteidigen ihr Revier". Jedes Kind sollte mit seinen Bedürfnissen und Gefühlen gesehen werden. Dann geht es darum, gemeinsam eine Lösung zu finden. Ist dies nicht möglich, sollten Eltern eine Lösung anbieten. Regeln helfen, das Konflikte nicht eskalieren. Zum Beispiel wenn klar ist, Beißen, Kratzen und Schlagen geht gar nicht.

Weitere Fragen, die Dr. Hermann Scheuerer-Englisch beantwortet:

  • Wenn meine Tochter (5 Jahre) ihren Willen nicht bekommt, schreit und tobt sie, bis sie fast hyperventiliert. Wie verhalte ich mich in so einer Situation am besten?
  • Mein 5-Jähriger ist oft unfreundlich und motzig, sogar wenn wir Dinge tun, die er gerne mag. - Wie kriegen wir diese „Motzkuh" wieder aus ihm raus?
  • Thema Medienkonsum: Wieviel TV am Tag ist ok? Wieviel Spielen am PC oder Ipad?
  • Mein Kind wird in der Schule beim Spielen manchmal ausgegrenzt und gemobbt. Wie kann ich ihm in dieser Situation helfen?
  • Kinder bekommen den Streit der Eltern mit und weinen, bis diese aufhören. - Wie kann man ihnen die Situation erklären?
  • Wie erkläre ich meinen Kindern meine bevorstehende Trennung?
  • Ich kann mich aus der Erziehung der Kinder meiner Partnerin nicht raushalten und muss mir dann anhören: „Du bist ja nicht mein Papa." - Wie reagiere ich darauf?
  • Wenn unsere „Patchwork-Kinder" untereinander streiten, bin ich immer versucht, meine eigenen Kinder vorzuziehen - Was raten Sie mir?

In der Beratungsstelle der KJF in der Ostengasse sind acht Pädagoginnen und Pädagogen erfahrene Ansprechpartner für Eltern und deren Kinder. Eine Anfrage und Terminvereinbarung ist unter Tel: 09 41 7 99 82-0 möglich.